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JEB-Aktive bei verband:stoff in Nürnberg
Beim Seminar verband:stoff – die Akademie für junge Freiwillige der JEF Deutschland – wurde vom 2. bis 4. Juli in Nürnberg intensiv über freiwilliges Engagement diskutiert. Fast 20 junge Aktive aus verschiedenen Landesverbänden nahmen an den Workshops teil. Für die JEB fuhren Martin, Verena und Toni nach Franken. Neben den praktischen Aspekten der Verbandsarbeit wurde auch über grundlegende Themen zum freiwilligen Engagement debattiert, z.B. die Stellung des Ehrenamts in der Gesellschaft. Ehrenamtliche Arbeit ist ein Geben und Nehmen: man setzt Freizeit und Fähigkeiten für unvergütete Arbeit ein. Dafür erntet man aber nicht nur Lob und Anerkennung, sondern sammelt auch praktische Erfahrung in der Projektarbeit, knüpft Kontakte, lernt projektbezogene Inhalte, übernimmt Verantwortung und hat jede Menge Spaß. Neben diesen Vorteilen birgt das Ehrenamt aber auch Schattenseiten. So kann es – insbesondere im sozialen Bereich – hauptamtliche Stellen ersetzten.
Nur wenige Arbeitgeber und Ausbilder räumen großzügig Freiraum für ehrenamtliche Arbeit ein. Gerade auch für Studenten blieb in den vergangen Jahren immer weniger Platz für Freiwilligenarbeit. Die hehren Ziel des Bologna-Prozesses, die europäischen Studiengänge für einen leichteren Austausch vergleichbarer zu machen, mündeten in der ersten lokalen Umsetzungsphase der Reform oftmals in eine starke Verschulung der Studiengänge. Erst langsam wird nun nachgebessert.
Angesichts von steigenden Studiengebühren können Studierende aus einem Elternhaus mit geringem Einkommen immer weniger Zeit für Freiwilligenarbeit aufbringen. Sie müssen zum Teil mit mehreren Nebenjobs ihren Lebensunterhalt bestreiten und gleichzeitig die Regelstudienzeit einhalten. Ehrenamtsarbeit darf nicht zum Luxus, zum Privileg für eine Elite werden. Die JEB-Praxis zeigt aber deutlich, dass man auch mit kleinen Tätigkeiten im Verein viel bewegen kann. Ob nun Brötchen schmieren oder durch den tapferen Einsatz an ein paar Wochenenden: Viele kleine und große Helfer sind es, die gemeinsam große Projekte wie die SIMEP erst ermöglichen.
Neben diesen theoretischen Debatten kam die Praxis nicht zu kurz. Die Referenten gaben in Präsentationen und Workshops wichtige Anregungen für die Vereinsarbeit: Fördertöpfe, Tipps für Anträge, Fundraising, „Story-Telling“ und Projektmanagement standen auf dem Plan.
Von der Idee zur Durchführung eines Projekts ist es ein langer Weg, der teilweise unverhofft steinig sein kann. Am letzten Tag konnten sich die JEFer in einer Projektwerkstatt austoben und das frisch Erlernte in die Praxis umsetzten. Ideen wurden geschmiedet und Projektpläne erstellt.
Auch das Rahmenprogramm kam nicht zu kurz: Eine umfangreiche Stadtführung, eine exklusive Nacht-Tour sowie die Fußballweltmeisterschaft sorgten für reichlich Spaß. Gesättigt durch neues Wissen, nette Bekanntschaften, Nürnberger Würstchen und anderen kulinarischen Highlights fiebern wir nun dem nächsten Teil der Ehrenamtsakademie im September in Berlin entgegen.
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