Juncker muss seinen Mut zusammen nehmen

Was wir von Junckers #SOTEU2017 erwarten
 
Wie jeden Herbst wird der amtierende Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, dieses Jahr am 13. September seine Rede zur Lage der Union (#SOTEU2017) vor dem Europäischen Parlament in Straßburg halten.
Im Rahmen dessen wird der Kommissionspräsident zum einen darlegen, welche konkreten Maßnahmen bis zur Europawahl 2019 getroffen werden. Zum anderen wird Juncker skizzieren, wie er sich die Zukunft der EU27 vorstellt.
Im Frühjahr stellte die Kommission in ihrem Weißbuch fünf Szenarien vor, nach denen sich die EU nach dem Brexit entwickeln könnte. Dabei wurde eine Positionierung zu einem der aufgezeigten Pfade jedoch vermieden. Diese könnte nun folgen. (Informationen der JEB zum Weißbuch über die Zukunft der EU hier)
 
Zu dem was in den nächsten Jahren angegangen werden muss stellt Titus Lienen, Mitglied im Vorstand der JEB, klar: „Die Reform des Dublin-Systems mit der Einführung einer dauerhaften Verteilungsquote für Geflüchtete, die Schaffung einer Verteidigungsunion, die Festschreibung des Prinzips der Spitzenkandidat*innen für das Amt des Kommissionspräsidenten, Fragen der Digitalisierung und viele weitere sind nur einige Felder auf denen die Kommission dringend handeln muss. Keines dieser Themen ist auf nationalstaatlicher Ebene zu lösen. Deshalb gehören sie allesamt auf die europäische Agenda.“
 
Neben diesen inhaltlichen Komplexen muss Juncker nun darlegen, welches der zu Beginn des Jahres vorgelegten fünf Szenarien zur Zukunft der EU er für das Beste erachtet. Indes stellt die Vorsitzende der JEB Sophia Simon fest: „Für die Junge Europäische Bewegung ist jedoch jetzt schon klar, dass langfristig die Europäische Union nur dauerhaft Bestand haben kann, wenn der Weg des fünften Szenarios - die tatsächlich immer tiefere Union - beschritten wird.“

„Keines der Mitgliedsländer der EU27, noch nicht einmal Deutschland, wird in 30 Jahren noch der G7 angehören, wenn wir uns nicht endlich darauf besinnen, alle wirklich drängenden Fragen der kommenden zehn Jahre gemeinsam anzugehen“ so Lars Nichterlein, stellvertretender Vorsitzender der JEB.
„Juncker muss jetzt seine Chance ergreifen, Europa nachhaltig zu gestalten, und all seinen Mut zusammen nehmen und sich für die Schaffung eines föderalen Europas einsetzen“, so Sophia abschließend.
 
Die Rede zur Lage der Nation wird am Mittwoch den 13. September ab 9:00 live auf der Seite des Europäischen Parlaments übertragen.