Außerordentliche Mitgliederversammlung zum Thema Verbandsnamen


Am 6. März 2015 hat der neue Vorstand der JEB die Mitglieder einberufen, um den Vorschlag zu diskutieren, den Namen des Landesverbandes in Junge Europäische Föderalisten Berlin-Brandenburg zu ändern.

JEB-Mitgliederversammlung März 2015

Erst seit kurzen ist der Vorstand für 2015 im Amt und schon wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, um das Grundlegendste überhaupt zu diskutieren: Wie soll unser Verband in Zukunft heißen? Werden wir uns hinter unseren bisherigen Namen stellen und uns als Junge Europäische Bewegung Berlin-Brandenburg weiter ausrichten? Oder benennen wir uns in Junge Europäische Föderalisten Berlin-Brandenburg um, um uns so stärker programmatisch zu bekennen? Ziel der Versammlung war es, den kommenden Prozess einer Entscheidungsfindung festzulegen.
 
Eines ist während der Diskussion deutlich geworden: Die Frage nach unserem Namen sorgt für Zündstoff und hat einen Denkprozess ins Rollen gebracht. Denn unser Name berührt viele Seiten unserer Verbandsarbeit. Mit dem Namen verbinden wir unsere Identität als
 
•    Verband in einem europapolitischen Netzwerk (JEF-Bundesausschüsse, European Congress)
•    programmatischer Akteur (Young Experts, TTIP-Papier der AG Wirtschaft)
•    bildungspolitische Institution (SIMEP, Eure Debatte)
•    Treffpunkt junger Europäer (Aktiventreffen, „Democracy under Pressure“-Aktion)
•    Ort zum Kennenlernen und Freunde finden (Jour fixe, Europadinner)
 
und vieles anderes mehr. Da Name und Identität so eng zusammenhängen, wirft die Frage, was wir im Namen tragen, auch gleichzeitig die Frage auf, wer wir als Verband sein wollen. Daher ist die Namensfrage für uns JEBer eine absolut grundsätzliche und auch emotionale Angelegenheit. Die Atmosphäre auf der Mitgliederversammlung -  und auch auf dem am 25. Februar abgehaltenen Namenforum -  hat dies zu Recht widergespiegelt.
 
Aber wie kam es eigentlich zum Vorschlag des JEB-Vorstandes? Der Europaverband JEF-Europe hat 2014 ein neues Logo eingeführt.  JEF-Deutschland nahm auf dem Bundesausschuss im November 2014 das Thema Corporate Design auf die Agenda. Dort fand eine erste Auseinandersetzung mit der Frage statt, ob man die Außenwirkung des Verbandes stärkt und zukünftig mit gemeinsamem Logo und gemeinsamer Farbe auftritt. Dieses Themas hat sich auch der Vorstand der JEB angenommen. Da der Berlin-Brandenburger Landesverband aus historischen Gründen einen anderen Namen trägt, hat der Vorstand von sich aus auch eine Anpassung des Namens mit in die Entscheidungsfindung rund ums Thema Corporate Identity aufgenommen.
 
Wie haben die JEBer auf den Vorschlag zur Namensänderung reagiert? Die Reaktionen sind vielfältig und reichen von Befürwortung über Akzeptanz und Überraschung bis zu Unverständnis und Ablehnung. Gerade diese gemischte Resonanz hat eine ausgewogene und lebhafte Diskussion herbeigeführt, die der Sitzungsleiter Timo Lochocki gekonnt beherrscht hat.

Die Tagesordnung sah drei Punkte vor:
•    Unser Name als Identität? Föderalismus innerhalb des Verbands
•    Unser Name als Marke? Außendarstellung und Corporate Design
•    Unseren Namen ändern? Entscheidungsfindung und Umsetzung
 
Der wichtigste inhaltliche Punkt in der Debatte war, wie wir Föderalismus überhaupt definieren und schließlich leben. Sind wir Föderalisten und schreiben uns das auf die Fahne oder leben wir Föderalismus gerade dadurch aus, dass wir unsere regionale Identität als Junge Europäische Bewegung wahren? Und auch die Außendarstellung mündete in eine Frage der Programmatik: Verlieren wir (Neu)Mitglieder oder gar Förderer, wenn wir einen politischeren Namen tragen oder gewinnen wir dadurch genauso viele auch hinzu? Außerdem hat der Vorstand seinen Plan für eine Umsetzung vorgestellt, der rechtliche (Vereinsregister), mediale (Kampagne, Merchandise, URL) und organisatorische Aspekte (Postanschrift, Vorlagen) enthält, um seine Vorbereitung und Kompetenz zu beweisen, dieses Unterfangen bei Zuspruch angehen zu können.
 
 
Die Frage nach unserem Namen hat auf jeden Fall einen enormen Gesprächsbedarf verursacht. Einerseits sind manche JEBer froh, dass dieser Gedankenaustausch stattfindet. Er gibt uns die Chance, unsere Identität und Verbandsziele (neu) zu definieren und uns stärker auszurichten – sei es, dass wir als Bewegung gestärkt werden, oder sei es, dass wir namentlich als Föderalisten einheitlich auftreten. Andererseits sind manche JEBer glücklich mit der JEB, so wie sie ist, und sehen gar keine Notwendigkeit, den Verbandsnamen überhaupt in Frage zu stellen. Die JEB ist seit Jahren sehr erfolgreich, als Marke in der Region etabliert und als anders heißender Kooperationspartner von den anderen JEF-Landesverbänden vollkommen respektiert. Der Arbeitsaufwand einer Namensänderung würde nicht in angemessenem Verhältnis stehen zu den Vorteilen.
 
Die Mitgliederversammlung und das Namensforum haben viele Argumente für und gegen eine Umbenennung zu Tage gebracht, die es weiter zu diskutieren gilt. Ehemalige Vorstandsmitglieder, Neumitglieder, nicht mehr aktive Mitglieder, sehr aktive Mitglieder, jetzige Vorstandsmitglieder, langjährige Mitglieder – jeder hat auf der Versammlung seinen eigenen Standpunkt erklärt. Sehr dankbar waren wir auch den beiden Gründungsmitgliedern, Bernd Hüttemann und Roland Pietsch, für ihren Input zur heutigen Namensfrage. Die beiden haben die JEB Berlin 1992 mit anderen zusammen neu gegründet und sind unserer Einladung zur Mitgliederversammlung gefolgt.
 
Vor dem Hintergrund der verschiedenen Meinungen sowie der gemeinsamen Einsicht, dass dieser Entscheidungsprozess langfristig nicht die restliche Verbandsarbeit beeinträchtigen darf, sind die JEBer zusammen zum folgenden Ergebnis gekommen: Auf einer weiteren Mitgliederversammlung Anfang Mai 2015 wird die endgültige Entscheidung getroffen, ob JEB oder JEF-BB. Bis Ende März wird ein sechsköpfiges, paritätisch besetztes Gremien ein ausführliches Pro-Contra-Papier schreiben und den Mitgliedern frühzeitig zur Verfügung stellen, damit schlussendlich eine demokratische Entscheidung über unseren Namen gefällt werden kann. Im April wird eine separate Veranstaltung zum Thema Logo und Verbandsfarbe stattfinden.
 
Das Szenario einer Namensänderung hat bei uns die Gemüter geweckt. Aber wir JEBer sind in den vergangenen Jahren zu einer so großen Familie geworden, dass wir gar nicht anders können, als an dieser Herausforderung noch mehr zusammenzuwachsen.