Die JEB in der Ukraine – Jugendbegegnung vom 7.-14. Juni 2014 in Kiew und Lemberg
 
Die JEB machte sich im Juni auf die Reise – nur kurz nach der Wahl Proschenkos, um mit eigenen Augen und vor Ort zu erfahren, wie die Proteste auf dem Maidan und die Entwicklungen in Kiew und auf der Krim die Menschen und vor allem die Jugend in der Ukraine beeinflussen. In Kiew und Lemberg trafen wir uns daher mit jungen Ukrainern, Jugendorganisationen, Vereinen und Initiativen und führten miteinander Dialog um die Zukunft der Ukraine und der europäisch-ukrainischen Beziehungen.
 
Die Reise planten wir bereits im Dezember 2013. Damals begannen erst die proeuropäischen Demonstrationen auf dem Maidan-Platz im Zentrum Kiews. Deshalb war es uns besonders wichtig, Vertreter der Organisationsgruppe des Euromaidan kennen zu lernen. In einer sog. Aktivistenbar trafen wir uns mit ihnen, hörten ihre Geschichte des Euromaidan und diskutierten mit ihnen über den jetztigen Zustand des Euromaidan, die Zukunft der Ukraine und Russlands Einfluss auf Europa, später sogar zusammen mit dem Journalisten Yermolenko von krytyka.ua.
 
Die politische Zukunft der Ukraine war auch Thema bei Treffen mit Politikern und Parteimitgliedern, wie von der Partei „Ukraine der Zukunft“ oder der „Europäischen Partei der Ukraine“, bei denen wir auf sehr engagierte Menschen trafen, die sich eine andere Ukraine vorstellen können und daran auch arbeiten. Besonderen Eindruck hat auch das Treffen mit Abgeordneten der Partei „Swoboda“ hinterlassen, bei der unter anderem unterschiedliche Vorstellungen zur Außenpolitik deutlich wurden.
 
Neben der Politik interessierten uns auch die Aktivitäten von Jugend-NGOs, die in Kiew aktiv sind. So trafen wir uns mit dem Ukrainian Youth Center, die Seminare, Workshops und Begegnungen in der Ukraine und Europa organisieren, und so jungen Menschen in der Ukraine die Möglichkeit geben, Jugendlichen aus ganz Europa in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen. Auch die Angebote des Kongresses nationaler Minderheiten für Kinder und Jugendliche zielen darauf ab, Begegnungen zu schaffen und Vorteile abzubauen. Sie organisieren Jugendfreizeiten und machen Anti-Rassismusarbeit an Schulen.
 
Bei einem offiziellen Meeting mit Vertretern der Studentenvertretung des Instituts für internationale Beziehungen an der Shevchenko-Universität mussten wir dann den Studenten Rede und Antwort zur europäischen Politik, der vergangenen Parlamentswahlen und Europas Haltung zu Russland stehen. Der Austausch mit ihnen war sehr fruchtbar und führt bereits zu Planungen eines neuen Treffens in Berlin im nächsten Jahr.
 
In Lemberg wie in Kiew hatten wir neben dem Programm die Zeit, auch die Städte in Spaziergängen zu entdecken, die UNESCO-Altstadts Lembergs zu erleben, das Nationalhistorische Museum Kiews und das Freilichtmuseum in Lemberg zu besuchen. Besonders hilfreich war es, dass wir in Kiew bei Couchsurfern übernachteten, die uns einen wahren Eindruck vom Alltagsleben in der Ukraine vermitteln konnten.
 
Neben der besonderen Atmosphäre in den Städten, besonders am Maidan, waren vor allen die zahlreichen Begegnungen mit den Menschen in der Ukraine aufschlussreich und vermittelten uns ein Bild von der Ukraine, das in die Zukunft blickt, aber die nationalen Wunden auf dem Euromaidan, der Ostukraine und der Krim noch nicht überwunden hat.
 
Mit all unseren Partnern und Freunden in der Ukraine wollen wir in Kontakt bleiben, uns austauschen und uns bald wieder, in Berlin oder in der Ukraine, treffen. Jeder, der Lust bekommen hat, an diesen Partnerschaften und Austauschen mitzuwirken, ist herzlich eingeladen, die nächste Aktion, sei es ein Seminar, eine Begegnungsreise, eine Konferenz, mitzugestalten.
 
Demnächst findet ihr hier auch den ausführlichen Bericht von unserer Reise.
 
Bei Fragen meldet euch bitte bei alexander.steinfeldt@jeb-bb.de