#OneVision - Weimarer Dreieck in Paris 

Gemeinsam mit jeweils 10 Teilnehmenden aus Polen, Deutschland und Frankreich diskutierten wir im Mai in Paris unsere gemeinsamen und auch verschiedenen Visionen für Europa.

Vom 17 Mai bis zum 21 Mai 2018 fand zum ersten Mal ein Austausch zwischen gleich drei lokalen Gruppen der Jungen Europäischen Föderalisten statt! Die JEB Berlin-Brandenburg, die Jeunes Européens Etudiants de Paris und die Mlodzi Europejscy Federalisci Warszawa kamen alle drei unter dem Motto #OneVision in Paris zusammen. Eine gemeinsame Vision für Europa aufstellen - so lautete der Arbeitsauftrag.

Gruppenbild aller Teilnehmer

Am Donnerstagmittag startete der Austausch mit einem hervorragendem Picnic à la française auf der Place de Vosges, wo wir sogleich anfingen, uns näher kennen zu lernen und auszutauschen.
Im Anschluss daran fuhren wir in die Maison des Initiatives Etudiantes, um dort ein aufschlussreiches Gespräch mit Tatjana Saranca von der Konrad-Adenauer-Stiftung zu führen. Sie sprach darüber, wie wichtig es sei, dass auch Nachrichten aus Nachbarländern zueinander gelangen und stellte dar, wie die Konrad Adenauer Stiftung dies zu bewerkstelligen versucht.

Abends besuchten wir eine Podiumsdiskussion zu den finanziellen Ressourcen der EU. Der jetzige Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Europäischen Parlamentes Jean Arthuis sowie die Wirtschaftsberaterin der ständigen Vertretung der französischen Republik in Brüssel Camille Hubac diskutierten und präsentierten verschiedene Möglichkeiten, wie sich die Europäische Union nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs auch in Zukunft weiterhin sinnvoll finanzieren könne.
Um den ereignisvollen Tag schön abzurunden, trafen wir uns schließlich in der Berliner Wunderbar in Paris mit Berliner Bier und Currywurst in der Hand.

Freitagmorgen ging es auch schon mit dem ersten Workshop wieder in der Maison de l’Europe weiter, bei dem das deutsche Team die verschiedenen parteipolitischen Positionen in Deutschland zur EU zusammenfassend vorstellte. Auch die polnische Seite bezog Stellung zum rechtskonservativen Kurs der Kaczynski Regierung, woraufhin eine äußerst interessante und bereichernde Diskussion entstand. Wie wird momentan von außen auf Polen geschaut? Wie schaut Polen auf Europa? Von welchen Ereignissen ist die Medienlandschaft geprägt, wie viel Einfluss nimmt die Regierung auf Letztere und wie nehmen die Menschen all das wahr? Aber auch die Situation und Stimmung in Frankreich nach Macrons Sieg analysierten wir lebhaft.

Im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen gingen wir in die ständige Vertretung der Europäischen Kommission. Nach einem lebhaften Teambuilding hatten wir dort das Vergnügen, mit dem Direktor des “Institut Jacques Delors” Herrn Maillard über die europäische Demokratie zu sprechen. Eine lebhafte Diskussion mit zahlreichen Fragen entstand.

Der Samstag fing ebenso produktiv an. Wir kamen zusammen und fingen an, in verschiedenen Gruppen erste Entwürfe zu den vier Hauptgebieten (Europäische Demokratie, Wirtschaft und Sozialfragen, Außen und Sicherheitspolitik, Kultur wie auch Klima und Energiepolitik) zu verfassen. Unser gemeinsames #OneVision Papier nahm langsam Formen an.

Gegen Mittag brachen wir auf, um eine Führung durch die Assemblée Nationale zu bekommen. Das atemberaubende Gebäude von öffnete nun sein Inneres für uns! Ein tolles Gefühl als wahrhaftig europäische Gruppe zusammen an dem Ort zu sein, wo 1789 die französische Nationalversammlung die Erklärung der Menschen und Bürgerrechte verkündete!
Am letzten Tag des Programmes wurden die einzelnen Vorschläge finalisiert und schließlich zu einer Abstimmung freigegeben. Eine rege und fundierte Debatte fand statt, an deren Ende das von allen drei Gruppen getragene #OneVision Papier stand! Um dieses Ergebnis auch schön zu zelebrieren, gingen wir alle ein letztes mal gemeinsam in ein typisch französisches Restaurant mit deliziösem Essen und guter Stimmung!

Insgesamt können wir auf einen produktiven und engagierten Austausch zurückblicken. Mit vielen gemeinsam ausgearbeiteten inhaltlichen Ideen und einer einheitlichen Vision für Europa gingen wir auseinander. Doch noch wichtiger als das Inhaltliche ist die politische Aussagekraft, die hinter unter unserem Papier steht. Der Umstand, dass nun zum ersten Mal die drei Hauptstadtgruppen des Weimarer Dreiecks zusammenkommen und ein Zeichen setzten, zeigt, dass dieses Dreieck nicht eingeschlafen, sondern weiterhin aktiv und vor Allem pro-europäisch aufgestellt ist! Das #OneVision 2018 Treffen ist nur der Anfang eines neuen Kapitels der Kooperation zwischen den Pariser, Berliner und Warschauer JEF-Sektionen! Wir freuen uns auf das nächste Treffen und sagen bis dahin à la prochaine und do nastepnego razu!!